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Handbellensembles     von Peter Anton Kellner

Liebe Teilnehmer des Orgelforums,

Gerne folge ich der Einladung von Frau Ellen Schertler, über die handbell ensembles zu schreiben, die in den USA verbreitet sind. Ja, dies geht soweit, dass Kantoren - in Stellenausschreibungen gesucht - nicht nur das Orgelspiel beherrschen müssen, die Chorleitung, sondern oft auch verlangt wird, dass sie ein handbell ensemble organisieren und leiten können.

Worum geht es dabei? Es handelt sich um etwa 10 bis 25 Personen; jede bedient bis zu 4 Glocken, verschieden gestimmt, die in der Hand gehalten werden. In den Glocken, von etwa 35cm Größe bis handtellergroß, ist an einer ACHSE ein Klöppel angebracht.
Dergestalt, dass wenn die Glocke nach vorwärts schwungvoll gekippt wird, die eine Glocke anschlägt. Wird die Glocke jedoch seitlich gekippt, so erklingt die andere Glocke - die Achsen der beiden Glocken einer Hand stehen im rechten Winkel. Bei den ganz großen Glocken hat der einzelne Musiker jedoch nur 1-2 Stück zu bedienen.

Das Ensemble von Musikern ist auf der Bühne an einem langen Tisch, einer Tafel aufgebaut, die mit einem Samt/Filz-Tuch bedeckt ist. So lassen sich die Glocken geräuschlos niederstellen oder abdämpfen.
Sodann braucht jeder Musiker nur die richtige Glocke im rechten Moment zu bewegen, um die musikalische Partitur darzustellen. Und das GEHT!!!
In Paris hört man in der American Church und American Cathedral gelegentlich handbell music. Es gibt dort ein Ensemble von Daja Marshall. Ich besitze eine CD der "Raleigh Ringers" von 1995, directed by David M. Harris.
Es ist nicht nur phantastisch anzuhören, sondern auch zu sehen, wenn eine Gruppe von etwa 20 Personen, die Glocken hantiert. Bei kleinen Ensembles hat jedermann unter Umständen einige Glocken vor sich und muss, wenn es so weit ist, die richtige Glocke ergreifen und im exakten Moment anschlagen.
Merkwürdigerweise ist diese Art von gemeinsamer Musikausübung in Deutschland nicht sehr bekannt oder gar verbreitet.
Wahrscheinlich können eventuelle Interessenten im INTERNET unter handbell oder handbell/ringing Näheres, auch über CDs und Ensembles erfahren.

 

Informationen über de Autor:

Ich bin 1938 geboren und habe in Philosophie promoviert, Wien 1961; in den Fächern theoretische Physik, Mathematik und Philosophie. Daneben habe ich noch einen Teil der Astronomie studiert (Himmelsmechanik und Bahnberechnung).

Hauptsächlich damit war ich später 17 Jahre in der Europäischen Weltraumorganisation ESA tätig. Andere 17 Jahre bei EUTELSAT in Paris, wieder mit Satelliten - Telekommunikation - tätig.

1975 habe ich daneben meine Rekonstruktion der "wohltemperierten" Bachstimmung aufgestellt und für Cembaloamateure in "Wie stimme ich selbst mein Cembalo?" festgehalten. Die Stimmung ist nicht gleichstufig, sondern ungleichschwebend. Im Gegensatz zur Lehrmeinung durch 250 Jahre.

http://ha.kellner.bei.t-online.de

Es gibt etwa 200 Orgeln, die so gestimmt sind. In Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien, Holland, der Tschechei, Japan, Korea, Kanada und den U.S.A.

Im Internet findet sich eine Fülle von Referenzen unter "handbells", wie ich konstatiert habe.

geschrieben  von Herbert Anton Kellner am 2.Mai 2001

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